Erfahrungsberichte Work and Travel
Freiwilligenarbeit in Nepal, Indien und Sri Lanka – Studienreise
Mai 3, 2017
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Alle Mitarbeiter von Linguista reisen regelmässig selbst und besuchen unsere Sprachschulen und Projekte weltweit. Regula vom Team in Winterthur unternahm jedoch eine ganz besondere Reise: während einer Woche besuchte sie die Freiwilligenprojekte in Nepal, Indien und Sri Lanka. Hier berichtet sie nun, wie sie diese Zeit erlebt hat und wie ihr die Projekte gefallen haben:

Nepal – Kathmandu

Nach der Ankunft am Flughafen habe ich dank einigen hilfreichen Nepalesen meinen Fahrer gefunden. Im Camp wurde ich sehr herzlich empfangen und habe mich von Anfang an wie Zuhause gefühlt. Das Camp liegt in einer einfachen Wohngegend mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt und bei schönem Wetter sieht man sogar die Himalaya Bergkette. Zum Touristenviertel Tamel sind es mit dem TukTuk ca. 30 Minuten. Der grosse Stupa von Bodnath erreicht man in nur 15 Gehminuten, wo es dann auch tolle Cafés und Shops hat.

 

Camp
Das Camp kann bis zu 36 Volontäre aufnehmen. Im Camp wohnen die Volunteers  in Viererzimmern. Das Bad ist jeweils auf der Etage. Allen Bewohnern stehen Schliessfächer zur Verfügung und es gibt auch eine Waschmaschine, kostenloses WLAN, einen Kühlschrank und TV im Aufenthaltsraum. Für alle Volunteers sind drei Mahlzeiten eingeschlossen. Morgen- und Nachtessen gibt es im Camp und Mittagessen in der Lunchbox. Das Essen ist hier extrem gut!

 

Am Anfang eines Freiwilligeneinsatzes findet jeweils am Dienstag eine Orientierung statt. Am Mittwoch geht es dann an die Arbeit. Neben der Arbeit im Projekt gibt es aber auch viel Zeit, das Land kennen zu lernen. So gibt es zum Beispiel Kochkurse, Sari Workshops, Yogaunterricht sowie Nachtessen bei einer einheimischen Familie.

In diesem Programm treffe ich viele Reisende aus verschiedenen Ländern, zum Beispiel aus Brasilien, Spanien, Deutschland, Schweden oder Irland. Die Gruppe ist gut gemischt, eine Schweizerin, die ihren Aufenthalt sehr geniesst, habe ich auch getroffen.

 

Besuchte Projekte
Natürlich bin ich aber nicht nach Nepal geflogen, um mir nur die Unterkunft anzusehen. Hier stelle ich euch nun einige der Projekte vor, bei denen man als Freiwilliger mitarbeiten kann.

Lily Flower – Woman Empowerment
Nur gerade mal 5 Gehminuten vom Camp entfernt besuche ich das Lily Flower Projekt. Dieses Projekt bietet Unterricht an für Frauen, die nicht zur Schule gehen konnten und dies als Erwachsene nachholen möchten. Die Volunteers geben Englischlektionen für Teenager und erwachsene Frauen. Die Schulräume sind zweckmässig aber schön eingerichtet. Da dieses Projekt nur vormittags stattfindet, arbeiten die Volunteers am Nachmittag in einem weiteren Projekt.

 

Ages School
In ca. 30 Minuten erreicht man die Ages School, die ganz in der Nähe der Bodnath Stupa liegt. Im Gegensatz zum Lily Flower Projekt unterrichten Volunteers hier Englisch für Jungen und Mädchen zwischen 4 und 15 Jahren. Zusätzlich helfen sie bei Unterhaltsarbeiten an der Schule. So ist es vielen verschiedenen Volunteers zu verdanken, dass hier die Schulzimmer farbenfroh bemalt sind. Die Schule ist zwar einfach eingerichtet, aber die Schüler und Schülerinnen sind wissbegierig und motiviert.

 

Saraswati
In der Nähe der Ages School befindet sich auch dieses Projekt. Wie im Lily Flower Projekt helfen hier die Volunteer beim Englischunterricht für erwachsene Frauen. Die Schulräume sind zweckmässig, aber es gibt genügend Platz für den Unterricht.

 

Milkyway International School
Um die Milkyway International School zu besuchen, musste ich etwa 30 Minuten Autofahrt auf mich nehmen. Ich wurde aber vom Fahrer der Organisation hingebracht. An dieser Schule werden Kinder zwischen 2 und 10 Jahren in unterrichtet. Sie bekommen Unterricht von lokalen Lehrern, aber im Englischunterricht dürfen die Freiwilligen aktiv mitwirken und Schulstunden geben. Zusätzlich helfen Volunteers beim Unterhalt der Schule und verschönern zum Beispiel die Wände der Klassenzimmer.

Die Volontäre werden jeweils von einem einheimischen Koordinator begleitet, der Englisch kann und dadurch auch bei der Kommunikation mit den Einheimischen hilft. Der Koordinator unterstützt die Studenten auch bei der Planung von den Englischlektionen. Meistens sind auch mehrere Volontäre an einer Schule und können sich so austauschen und sich zusammen auf ihre Aufgaben vorbereiten. Die Volontäre werden auch zu den Camps gefahren oder zu Fuss begleitet sowie wieder geholt.

 

Indien – Jaipur

Auch in Indien wurde ich sehr herzlich empfangen. In Jaipur befindet sich der Hauptsitz von der Organisation IDEX, die die verschiedenen Projekte vermittelt. Das Camp liegt in der Nähe der Metrostation. Zum Camp gehören 12 Zimmer à 4 Betten und jeweils einem Badezimmer. Schliessfächer sind vorhanden, es wird empfohlen ein Schloss mitzunehmen. Es hat auch eine Waschmaschine, WLAN ist gratis vorhanden, einen Kühlschrank sowie einen Fernseher gibt es im Aufenthaltsraum und eine Dachterrasse.

 

Drei Mahlzeiten sind eingeschlossen. Morgen- und Nachtessen gibt es im Camp und Mittagessen in der Lunchbox. Das Essen wird von lokalen Köchen zubereitet und ist traditionell indisch mit vielen vegetarischen Gerichten. Zum Glück nehmen die Köche aber Rücksicht auf uns Europäer, was die Schärfe angeht!

Das Besondere an der Freiwilligenarbeit in Jaipur ist die Anreise. Montags kommen neue Volunteers in Delhi an. Sie übernachten erst einmal im Camp in Delhi, das in einem nobleren Wohnquartier in der Nähe des Flughafens und einem grossen Einkaufszentrum liegt. Erst am Dienstag geht die etwa 5-stündige Fahrt nach Jaipur los. Erst am Mittwoch findet dann die Orientierung statt und am Donnerstag arbeiten die Freiwilligen zum ersten Mal in ihren Projekten.
Wie in Nepal sind auch hier verschiedene Aktivitäten wie Koch- oder Yogakurse Im Preis enthalten.

Jaipur ist eine eher ärmere Stadt und die Verhältnisse sind hier einfach. Dafür ist die Stadt auch sehr sicher, so dass sich hier auch jüngere Volunteers und Frauen sehr wohl fühlen. Die gute Sicherheit zeigt sich auch, dass die Volunteers hier nicht überall hin begleitet werden. Die Teilnahme an diesem Freiwilligenprojekt ist ab 16 Jahren möglich, ich empfehle es aber eher so ab 18, weil dann die Reiseerfahrung und allgemeine Reife dann meist grösser ist.

Aufgrund der auffälligen pinkfarbenen Gebäuden der Altstadt wird Jaipur übrigens auch als Pink City bezeichnet. Die 3. Millionen-Stadt bietet viel an Kultur! Es gibt wunderschöne Königspaläste und ein Pilgerort mit Blick auf die Stadt. Das Taj Mahal erreicht man von hier in ca. 4-5 Autostunden.

 

 

Elephant Village
Überraschenderweise arbeitet man in Elefantendorf gar nicht mit Elefanten. Vielmehr unterrichten die Freiwilligen Kinder der Elefanteninhaber. Das Elefantendorf liegt abgelegen im Moslem Viertel. Die Schule ist zweckmässig aber relativ gross im Verhältnis zu anderen Schulen und gut eingerichtet. Es hat mehr Knaben, da in den Moslem Familien die Mädchen zum Teil nicht in die Schule dürfen. Zur Schule gehören eine englisch sprechende Lehrerin, die sehr motiviert ist und die Kinder wie ihre eigenen behandelt, sowie ein Moslem-Lehrer plus eine oder zwei Volontäre. Die englisch Lehrerin und die Kinder nehmen die Volontäre mit sehr viel Herzlichkeit auf. Jeden Morgen bringt ein Fahrer die Volontäre zu diesem Projekt, da die Fahrt mit etwa 45 Minuten eher lang ist.

 

Privatschule Gurucul
20 Fahrminuten vom Camp entfernt liegt diese Privatschule. Es ist eine sehr einfache Primarschule. Hier geht es laut und chaotisch zu und her, da sich sehr viele Schüler eine Klasse teilen. Zum Schulgebäude gehört noch ein Garten. Es hatte zwei montivierte Voluntäre, welche sehr begeistert waren von den motivierten Kinder.

 

Ambedkar Nagar
Hier helfen die Volontäre bei der Kinderbetreuung sowie beim Unterrichten von Frauen. Es hat zwei Räume für die Kinderbetreuung. Ein Raum ist extrem, aber der andere ist schön gross. Dann hat es noch in einem anderen Geäbude drei Zimmer für die Frauen. Dort wird Englisch, Computersysteme sowie Mathematik unterrichtet. Zwei Freiwillige unterrichteten die Erwachsene und hatten viel Spass daran. Zwei andere bemalten die Wände der Einrichtung.

 

 

Help in Suffering – Animal Hospital
Das Tierspital ist sehr einfach und nicht mit unseren Tierkliniken vergleichbar, da sich fast alles draussen abspielt. Am Morgen meines Besuches wurden 17 Tiere operiert. Es werden vor allem Hunde behandelt, von denen es in Inden auch sehr viele gibt die auf der Strasse leben. Dazwischen kümmern sich die Tierärzte hier aber auch um Kühe, Affen und Vögel. Manchmal werden die Tiere von den Besitzern abgegeben, es kommen aber auch Tiere her, die auf der Strasse aufgelesen wurden. Die Volontäre kümmern sich vor allem um das Füttern und Putzen. Falls sie aber Erfahrung mitbringen, dürfen sie auch Impfungen geben.

Sri Lanka – Colombo

Im Camp wohnt die Köchin/Haushälterin mit ihrer Tochter und ihrem Sohn.

Zur Zeit wohnt im Camp nur eine 19-jährige Volontärin aus Schweden. Die anderen beiden Volontäre arbeiten für das Schildkrötenprojekt, welches etwa 2 Autostunden südlich von Colombo liegt. Diese Volontäre wohnen bei Gastfamilien in der nähe des Projekts.

 

Das Camp befindet sich in einem sicheren Wohnviertel ca. 15 Autominuten vom Zentrum von Colombo entfernt. Das Camp ist in einem alten viktorianischen Haus mit einem grossen wilden Garten (zum Teil sieht man sogar Affen) untergebracht. Das Haus ist sehr schön, die Zimmer haben sogar eine Klimaanlage, das Bad ist im Zimmer und man teilt es mit max. 4 Volontären. Der Aufenthaltsraum ist ähnlich wie bei den anderen Camps auch mit Matrazen am Boden ausgestattet. Zum Haus gehört noch ein schöner grossen Balkon.

 

 

Vidyawardena Maha Vidyalaya
Diese staatliche Schule ist sehr schöne Schule und ich sehe gleich, dass hier im Vergleich zu Nepal und Indien ganz andere Verhältnisse herrschen. Gewisse Schulzimmer (vor allem für Hilfsklassen) sind aber eher klein und einfach. Dafür engagiert sich der Schuldirektor sehr für die Schüler. Er hat sogar einen Garten mit Obst und Gemüse angelegt. Die Freiwilligen helfen im Unterricht oder auch mal im Schulgarten.

 

Monk Teaching
Im Moment wohnen 22 Mönche im Alter von 6-16 Jahren in der einfachen Anlage etwa 10 Fahrminuten vom Camp. Die Mönche stammen meist aus armen Familien und finden im Kloster ein neues Zuhause, wo sie die Bildung und Betreuung bekommen, die sich ihre Familien nicht leisten kann. Die Volontäre unterrichten den Mönchen Englisch. Sie freuen sich sehr, da sie sonst nicht oft Zugang zur Öffentlichkeit haben.

 

Day Care
In diesem kleinen Kinderbetreuungunszentrum kümmert sich eine Tagesmutter um Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren. Es liegt etwa 15 Kilometer vom Camp entfernt. Die Tagesmutter ist sehr fürsorglich und wie eine „Mama“ für die Kinder. Die Volontäre spielen mit den Kindern und helfen bei den Mahlzeiten mit.

 

Turtle Project
Das Schildkrötenprojekt befindet sich an einer wunderbaren, unberührten Lage am Meer. Der Besitzer spricht sogar ein wenig deutsch, da er die Führungen auch auf Deutsch anbietet. Die Volontäre wohnen bei ihm oder bei einer anderen Gastfamilie. Sie können Touristenführungen machen, die verletzten Schildkröten betreuen, Eier welche verkauft wurden wieder zurückkaufen und wieder im Sand vergraben, die jungen Schildkröten auf ihrem Weg ins Meer beschützen und sich um den Unterhalt der Anlage kümmern. Die Atmosphäre ist hier sehr familiär.

 

 

Allgemeines zur Freiwilligenarbeit in Nepal, Indien und Sri Lanka

Die Camps sind wirklich sehr gut geführt und man fühlt sich sehr wohl und wie Zuhause. Natürlich sind die Verhältnisse nicht so wie bei uns in Europa. Wer sich aber auf die Länder und die lokale Bevölkerung einlässt, kann hier eine unvergessliche Zeit erleben.
Für die Arbeit in den Projekten ist es wichtig, dass Volunteers keine Berührungsängste haben und gerne mit Erwachsenen und Kindern zusammen arbeiten. Dann macht die Arbeit aber auch echt Spass.
Mein praktischer Tipp: In Nepal, Indien und Sri Lanka ticken die Uhren oft anders. Das heisst, wenn etwas erstmal nicht klappt, nicht den Mut verlieren. Die Organisationen haben Notfallnummern, die du in deinem Reiseprogramm findest und jemand nimmt immer ab, um zu helfen. Auch die lokale Bevölkerung ist generell sehr hilfsbereit. So können Probleme meist sehr schnell gelöst werden.

 

Falls Regulas Reise dich zu einem Freiwilligeneinsatz inspiriert hat, findest du mehr Informationen auf unserer Webseite. Für eine persönliche Beratung laden wir dich in unsere 5 Filialen ein.


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Nicole

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