Fun & Facts Sprachaufenthalt

Erlerne die Sprache der Musik: 10 Songs, 10 Destinationen

Dezember 3, 2013
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Obwohl wir prinzipiell ziemlich friedfertig gestimmt sind, möchten wir mittels diesem Blogeintrag eine Kampfansage äussern. „Blues gegen Blues!“, heisst sie quasi, denn wir möchten gerne mithilfe von Musik der allmählichen Wintertristesse und dem daraus resultierenden Vitamin D Mangel entgegen wirken. Dazu wurde eine Liste mit Songs zusammengestellt, die sich thematisch an bestimmte Destinationen richtet. Am Ende des Beitrags findet ihr auch einen Link zu der „10 Songs, 10 Destinationen“ Playlist.

NY

Über keine Stadt gibt es wohl so viele Songs von Künstlern, welche nicht schon ihr Herz an diese Stadt der USA verloren haben. Brooklyn ist einer der fünf Stadtteile derjenigen Stadt, die gemäss geflügeltem Wort, niemals schläft. Nebst Manhattan gilt Brooklyn als das zeitgemässe Viertel und gilt gemeinhin für Künstler und Freigeister als „the place to be“. Innerhalb des gitarrenlastigen Songs trällert Woodkid eine herzergreifende Liebeserklärung an diesen Teil der Atlantik-Stadt New York. Er schreibt über Brooklyn-Neighborhoods wie Williamsburgh und Aktivitäten, die es dort zu verrichten gibt.

„Life is easier where the walls are red
Brooklyn is a place stuck in my head”

London
Nein, leider einmal nicht ABBA. Auch The Kinks haben die Waterloo Station besungen, innerhalb ihres 1967 erschienen Klassikers „Waterloo Sunset“. Das Time Out Magazine ging einen grossen Schritt, als es den Song den „Anthem of London“ (= Die Hymne von London) nannte. Der Sänger beobachtet in melancholischer Manier die schnelllebigen Geschäftsleute („millions of people swarming like flies on Waterloo Underground“), ein Pärchen bei Sonnenuntergang namens „Terry and Julie“ (anscheinend eine Anspielung auf ein dazumaliges Celebrity-Paar).
Dieses Lied ist eine luftigleichte Hommage an eine der wohl diversesten und faszinierendsten Städte der Welt. Die britische Stadt London ist eines der ‘all-time-favourites’ unter den Reisedestinationen. Und wer bekommt nicht immerhin ein kleines bisschen Fernweh, wenn The Kinks singen:

„but I don’t feel afraid, as long as I gaze on Waterloo sunset I am paradise.“

PARIS
Friendly Fires
stammen aus dem Englischen Herfordshire in England und versprechen innerhalb ihres Songs „Paris“ (hier im Remix von Aeroplane), dass sie selbst einmal in Paris leben werden. Die Ich-Person beschreibt das unbeschwerte und in die Zukunft gemalte Leben, welches man in Paris erwartet:

„One day we’re gonna live in Paris I promise I’m on it
When I’m bringing in the money
I promise
I’m on it“
(= Eines Tages, werden wir in Paris leben; Ich verspreche es, ich bin dran; Wenn ich das Geld aufbringe, I verspreche es; Ich bin dran)

Ein beschwingtes, fröhliches Lied, das voller Hoffnung ist. Da möchte man doch gleich in den Flieger steigen und am nächsten Morgen ein delizieuses französisches Croissant in einer Brasserie bei Montmartre in den Händen halten, nicht wahr?

Brighton
Im Text von der britischen Band Bloc Party geht es um Winterkoller („Waiting for the seven eighteen / January is endless“), um den Wunsch nach Flucht per se. Am Ende des Liedes hört man ein sich verlierendes, repetitives „Let’s drive to Brighton on the weekend“. Brighton als der Süden Londons bekannt ist eine kleine Zufluchtsstelle und wirkt augen- (und offensichtlich auch ohrenscheinlich) gegen kleine Depressionswellen. Auf dem Brighton Pier – einem ganzjährigen Vergnügungspark – lässt sich bei Zuckerwatte und Karussell ein wenig die Welt vergessen.

Mexico
Eher von der frustrierten, anklagenden Sorte kommt dieser Incubus-Song inhaltlich daher:  „You only think about yourself… You only think about yourself… You better bend before I go / on the first train to Mexico.“ Das singende Ich (in diesem Falle ist es Incubus-Sänger Brandon Boyd) rechnet hier mit einer nicht so gut zu funktionieren scheinenden zwischenmenschlichen Beziehung ab. Nebst diesem eher traurigen Inhalt, ist das Lied dennoch schön und streicht ebenso die Schönheit des Landes hervor. Die Grösse des lateinamerikanischen Landes Mexiko ist beeindruckend – egal wohin der im Song beschriebene „Train“ nur führen mag, Raum zur Flucht herrscht in Mexiko genug: Cuernavaca, Mexico City, Oaxaca, Playa del Carmen, Puerto Escondido oder Puerto Vallarta -jeder dieser Orte trumpft auf mit seiner eigenen Qualität und Naturvielfalt.

Montreal
Abel Tesfaye (aka. „The Weeknd“) stammt selbst aus Kanada und besingt hier die kanadische zweisprachige, kulturell reiche Stadt Montréal. In Montréal wird sowohl Französisch als auch Englisch gesprochen und so auch im selbst herausgebrachten Lied Montréal. Die Zweisprachigkeit rührt von einer britischen Besetzung im Jahre 1760 eines damaligen französischen Siedlerortes her. Diese Zweisprachigkeit ist einzigartig und nur selten in einer Grossstadt der Welt derart koexistent vertreten. Nebst der Zweisprachigkeit handelt der Song nicht von Montréal (ausser das besungene Mädchen hiesse womöglich so):

engl. „(…) Happiness exists when you don’t know a thing
So I hope you don’t think this song is about you (…) „ (= Glück existiert, wenn du nichts weiss. Denke daher ja nicht, dieses Lied sei über dich. / frz. „Laisse tomber les filles, Laisse tomber les filles“ (= Lass die Mädchen sein. Lass die Mädchen sein.)

San-Fran
60s Psychedelia ist Foxygens Inspirationsmusik – und zu welcher Stadt würde eine solche Musikrichtung besser passen als zur ehemaligen Hippie-Mekka-Stadt der 68er-Jahre San Francisco? „Up in San Francisco where the forest meets the bridge“ singt die kalifornische Band in lieblicher Melodie, sodass man die Golden Gate Bridge beinahe vor sich sieht. Blumen in dem Haar und freudige Menschen. Auch heute ist die Stadt an der Westküste der USA bekannt für ihre gesellschaftliche Offenheit und ihre Wirtschaftsmacht. Die Lyrics des Songs „San Francisco“ sind unzusammenhängend, jedoch füllt die Luftigkeit des Liedes diese brüchigen Risse des Songtextes wieder aus.

„your eyes are like a cup o‘ tea
ascend into the sun with me“
(= Deine Augen sind wie eine Tasse Tee,
steig zur Sonne auf mit mir“)

Zurich
Eine Band aus den Denver, Colorado, USA besingt das kleine Schweizer Städtchen Zürich. Zürich ist für uns keine Ferndestination, sondern eine der Heimatorte in der Schweiz und zurzeit nicht wirklich malerisch. Ab und an blitzt ein Sonnenstrahl dennoch auf der Limmat und spielt Licht-Laser mit den Häusern am Fluss. Das „Rainy Zurich“ ist nicht immer bloss rainy, aber wenn es das ist, möchte man einfach einmal ein bisschen weg und hinaus, auf und davon. Im Song „Rainy Zurich“ geht es insofern um Zürich, dass ein „Town“ (= ein Ort) erwähnt wird. Aber sonst geht es – wie sollt’s anders sein – mal wieder um ein binnenseelisches Befinden:  „She’s in a town [Zürich?] that holds a lonely road, And the night is falling (…) “

Los-Angeles
Die Folk-Rock-Band The Decemberists besingen in Form bittersüsser Melodien die Stadt Los Angeles. Im Lied „Los Angeles, I’m Yours“ trügt der Titel jedoch. Das Lied ist nicht, wie man vorab meinen könnte, etwas eine lineare Liebeserklärung an dies kalifornische Küstenstadt, nein! Vielmehr ist es eine bissige Kapitulation; die Stadt LA wird vom Sänger nicht gemocht, aber dennoch kann das Sänger-Ich sich ihr nicht entziehen:

„(…) A plaintive melody
Truncated symphony
An ocean’s garbled vomit on the shore,
Los Angeles, I’m yours (…)“
(= eine klagende Melodie, eine abgebrochene Symphonie, entstelltes Erbrochenes an Ozeans Küste, Los Angeles ich bin dein)

Hier in „Los Angeles, I’m Yours“  werden die Tücken von Grossstädten angesprochen, welche oberflächlich zunächst in einer Perfektion zu leuchten scheinen, ihre Strukturen sind jedoch vielschichtiger als das blosse Auge zunächst sieht. Nichtsdestotrotz ist Los Angeles eine Stadt, die man gesehen haben sollte. Denn auch eine abgebrochene Symphonie kann viel Schönes enthalten.

rom
Phoenix machen tolle Musik. Der Track „Rome“ beschreibt die italienische Stadt Rom und schneidet – schon wieder – das Thema einer zwischenmenschlichen Beziehung an. (Irgendwie scheinen Orte und solche Gefühlsregungen oftmals etwas thematisch Verbindendes aufzuweisen!). Die kryptischen Zeilen innerhalb des Liedes weisen auf das Colosseum hin („Focus looking forward the Colosseum“) und auf die schwerwiegende Geschichte der Hauptstadt Italiens („Rome, Rome, many tears have fallen here I’ll be driving, you look the other way“).

Hört euch hier all „10 Songs – 10 Destinationen“-Playlist an:


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