Erfahrungsberichte Work and Travel

Akwaaba – Willkommen in Ghana

Oktober 25, 2011
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Nach dem Lehrerseminar hat Lea beschlossen Freiwilligenarbeit in Ghana zu leisten. Dort unterrichtet sie eine Schulklasse in Englisch und Mathe. Was sie in den letzten 2 Wochen erlebt hat und was für Erfahrungen sie in dem fremden afrikanischen Land bereits gemacht hat, könnt ihr hier lesen.

Volunteer in Ghana

Also, die Ghanaer sind im Grossen und Ganzen ein sehr angenehmes und freundliches Volk… mit ein paar Ausnahmen, aber wo ist das nicht so?!
Morgen um sechs ist es hier schon Taghell, dann bin ich aber noch im Bettchen. Ich muss hier allgemein nicht so früh aus den Federn, da die morgendliche Dusche auf Grund des Grossansturms im Badezimmer entfällt. Ich dusche immer abends (oder ich hoffe jedenfalls, dass ich abends Duschen kann, weil das Wasser hier etwa so sicher ist, wie bei uns, der Schnee im Juni). Auch am Abend kann das Duschen zu einer Herausforderung werden, da dies im Dunkeln nicht ganz so einfach ist (um sechs Uhr ist es hier schon dunkel) und Stromausfall ist hier eine tägliche Normalität. Deshalb ist die beste Lösung, wenn man seiner täglichen Körperhygiene direkt nach der Schule nachgeht, zumal sie dann auch ziemlich notwendig ist. Denn die süssen kleinen Kinderchen streichen ihre Rotznäschen und ihre Reisbreihändchen sehr gerne an meinen Kleidern und meinem „lovely hair“ ab.

Andere Länder, andere Sitten

Auf jeden Fall mache ich mich um 8 mit dem Trotro auf den Weg zu meiner Schule. Zur allgemeinen Weiterbildung: Ein Trotro ist hier in Ghana das Hauptverkehrsmittel. Beim Trotro handelt es sich um einen sehr alten VW-Bus, dessen Transportfähigkeit so ausgebaut wurde, dass möglichst viele Leute auf möglichst engem Raum transportiert werden können. Trotros dienen nicht nur dem Transport von Reisenden, sondern auch als Verkaufsstellen oder Orte, wo Predigten abgehalten werden können.

Grundsätzlich kann man sagen, dass auf den Strassen Ghanas alles das herumfährt, was bei uns nicht einmal mehr auf dem Schrottplatz stehen würde…
Dass Hühner und Ziegen auf den Strassen herumrennen und sich Frauen mit Wahren auf dem Kopf zwischen den wartenden Autos hindurch schlängeln, ist hier ganz normal und für mich noch immer ein Spektakel. Auch der Duft in diesen Trotros ist immer sehr speziell… Man kann sich denken, wie es riechen muss, wenn 24 Menschen zusammengepfercht in einem Trotro sitzen… und das in brütender Hitze.

Dieses strenge Lüftchen steht aber in keinem Vergleich zum Geruch, der mir in die Nase steigt, sobald ich den Marktplatz erreicht habe. Da gilt die Regel: Bei Gewürzständen kräftig einatmen und dann, die Luft anhaltend, an den in der Sonne schmorenden toten Ziegen und an den gammligen Fischen vorbeigehen. Und zwar im Eilschritt! Das wiederum ist nicht immer all zu einfach, da dir jeder Mensch etwas verkaufen will. Obruni hier, Obruni da. (Obruni heisst Weisse/r). Ausserdem bist du „everybody`s friend“ und lieben tun sie dich auch schon nach 2 Sekunden. Oh, i love you, i love you 😉

Schule mal anders…

In der Schule angekommen, unterrichte ich meine Kids in Englisch und Mathe. Die Schule geht hier vom Kindergarten, bis zum sechsten Schuljahr. Ich habe eine dritte Klasse. Einen Lehrplan gibt es hier nicht. Das Ziel ist im Grossen und Ganzen, dass die Kinder Ende 6. Klasse wissen, dass es ein ABC gibt, dieser zwar auswendig aufsagen, aber weder lesen noch schreiben können. Zudem sollten sie auch schon mal vom Einmaleins gehört haben…

Das Unterrichten wird hier zur echten Herausforderung, weil das gesamte Equipment, was mir in der Schweiz zur Verfügung steht nicht einmal im Ansatz vorhanden ist. Die Schule besteht aus zusammengenagelten Holzbrettern, welche mit einem Wellblechdach bedeckt sind. Der Boden ist der Selbe, wie der Boden ausserhalb des Schulzimmers, und wird matschig, wenn es ins Schulzimmer regnet. Auch die Pulte und Stühle sind in sehr schlechtem Zustand und von allem hat es einfach zu wenig.

Die Kinder können sehr schlecht teilen, was bei der Situation hier auch einleuchtend ist. Es ist hier Gang und Gäbe, dass die Kinder mit Stöcken geschlagen werden, wenn sie die Antwort nicht wissen, oder die Antwort nicht korrekt war. Sie wissen jedoch, dass ich sie nicht schlage. Dies wiederum hat zur Folge, dass ihr Respekt vor mir nicht all zu gross ist. Die Lehrer hier nehmen ihren Job auch sehr gemütlich. Haben sie eine Aufgabe an die Tafel geschrieben, nehmen sie ihr Taschentuch aus der Hosentasche, legen es sich über das Gesicht und schlafen einfach mal eine Runde. Ghanaer schlafen sowieso fast immer und überall. Sei es am Marktstand, im Trotro, am Strassenrand…

Freizeitaktivitäten

Nach der Schule gehe ich nach Hause, wo ich die Leute aus meinem Haus wieder treffe, die ebenfalls in einer der Schulen oder einem der Krankenhäuser waren. Dann kochen wir zu Mittag, waschen Wäsche (von Hand!- und ich muss sagen, dass dem Menschen, der die Waschmaschine erfunden hat, doch wirklich ein Ehrentag im Jahr gewidmet werden sollte), oder wir fahren an den wunderschönen Strand und geniessen das Leben.
Am Wochenende machen wir dann meistens kleinere Tagesausflüge, oder gehen am Abend in die Clubs oder Pubs.

Wie ihr also lesen könnt, bin ich hier gut aufgehoben! Freiwilligenarbeit in Ghana zu leisten kann ich also nur weiterempfehlen. Es ist ein super Erlebnis und eine einzigartige Möglichkeit dieses Land kennenzulernen. Trotzdem freue ich mich schon jetzt wieder auf die warme Dusche zuhause in der Schweiz 🙂


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