Englisch ist unangefochtener Leader bei den Sprachreisen

Zürich, 3. Januar 2017 – Die Nachfrage nach Sprachreisen verschiebt sich, wie die soeben publizierte Jahresumfrage von Linguista zeigt. Während Englisch Spitzenreiter bleibt, hat Französisch auf Kosten des Spanischen zugelegt. Individualität wird gross geschrieben und ganzheitliche Erlebnisse sind gewünscht, die über das reine Sprachenlernen hinausgehen. Dafür verreist man gerne auch in exotische Regionen.

Linguista Sprachaufenthalte publiziert jedes Jahr eine Umfrage zu Buchungsverhalten, Motivation und Zusammensetzung der Sprachreisenden. Mit einem Buchungsanteil von fast zwei Dritteln waren Englischkurse auch 2016 ungebrochen Spitzenreiter. Auf den Plätzen zwei und drei gab es aber eine markante Verschiebung: Die Nachfrage nach Französischkursen ist in den letzten zwei Jahren um die Hälfte gestiegen. Gemessen an der Anzahl Gesamtbuchungen entspricht dass Platz zwei. Besonders deutlich wird: Schulen und Ausbildungsstätten setzen verstärkt auf Französisch, denn vor allem die Nachfrage unter Lernenden steigt stetig. Der Anteil an Spanischkurs-Buchungen hingegen ist auf 7% zurückgegangen und somit auf Platz drei gerutscht. Praktisch unverändert blieben mit 3 bis 5% Italienisch und Deutsch auf den Plätzen vier und fünf. Allerdings werden Deutschkurse für Jugendliche (vor allem aus der Romandie) wieder beliebter, nachdem die Nachfrage zwischen 2013 bis 2015 stark nachgelassen hatte.

Neu zeigt sich, dass immer mehr Schweizer Schulen auch individuelle Sprachkurse für ihre Schüler fördern. Bisher wurden überwiegend Reisen im Klassenverband unterstützt. An Beliebtheit gewonnen hat zudem das Segment 30+. Inzwischen richten sich zahlreiche Angebote ausschliesslich an ältere Sprachlernende. «Das hat es vor zehn Jahren nicht gegeben», sagt Linguista-CEO Claudio Cesarano. Die Aufenthaltsdauer bei Sprachkursen hingegen schrumpft, kurz und intensiv ist das Motto.

Auch wenn Englisch an der Spitze der Beliebtheitsskala bleibt, so haben sich doch die Wunschziele geändert: England und Schottland sind, trotz tiefem Wechselkurs des Pfund Sterling, mit zusammen 21% (2013: 28%) weniger gefragt; auch Neuseeland lässt nach (von 10 auf 6%). Bei den USA zeigt sich in den letzten Jahren ein uneinheitliches Bild: Die Nachfrage schwankt plus-minus zwei Prozentpunkte um die 18%, und die Prognose für 2017 ist ungewiss. Stark zugelegt haben dafür Australien (von 12 auf 16%) und Kanada (von 11 auf 15%). In diesen beiden Ländern ist der sogenannte Farmstay besonders beliebt, das heisst ein Sprachaufenthalt verbunden mit Leben und Arbeit auf einem Bauernhof. Auch Malta (10%) und Irland (9%) sind für Englisch-Sprachreisen attraktiver geworden.

Wer seine Französischkenntnisse verbessern will, tut dies gern an exotischen Destinationen wie Guadeloupe oder La Réunion. Und auch für Spanischkurse verreist man problemlos etwas weiter: Kuba und Guatemala sind hier gut gebuchte Reiseziele; Costa Rica ist ein beliebtes Land für Leute, die neben dem Besuch eines Sprachkurses Freiwilligenarbeit leisten wollen. «Immer mehr Menschen legen Wert auf ein ganzheitliches Erlebnis, das über das reine Sprachen lernen hinausgeht. Ein Mix aus Abenteuer, Freiwilligeneinsatz, Menschen kennenlernen und eben Sprachkurs reizt am meisten. Gerne auch an Destinationen wie Miami, Hawaii oder Guadeloupe», sagt Claudio Cesarano: «Das Produkt von der Stange zieht nicht mehr.»

 

Das Tourismus-Magazin Travel Inside veröffentlichte diesen Text online:

Artikel in der Online-Ausgabe vom Travel Inside vom 05. Januar 2017