Erfahrungsberichte Spanisch Sprachaufenthalt

Erfahrungsbericht: Manuelas Sprachaufenthalt in Costa Rica

Mai 26, 2011
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Mein Sprachaufenthalt in Costa Rica begann etwa im Februar 2010, als ich mit der Planung anfing. Geplant waren sechs Wochen Costa Rica im Juni/Juli 2010. Ich hatte mich lange und ausführlich über dieses Land, das man auch als die „Schweiz Mittelamerikas“ bezeichnet, informiert. Dabei habe ich auch immer wieder gelesen, dass der europäische Sommer wohl nicht gerade die beste Reisezeit sei. Aus zeitlichen Gründen nahm ich das jedoch in Kauf. Ich habe mir auch sehr lange überlegt, wo ich hin sollte. Ich wollte sehr gerne irgendwo ans Meer, hatte aber im Vorherein gehört, dass diese Orte oftmals nicht mehr wirklich viel mit Costa Rica zu tun haben. Darum entschied ich mich für 2 Wochen Sprachreise in San José, um das Land etwas kennenzulernen und danach 3 Wochen Sprachaufenthalt in Playa Tamarindo, um trotzdem noch ein bisschen Strandfeeling geniessen zu können.

Ungefähr 5 Wochen vor Abreise bekam ich die Informationen über die Gastfamilie zugeschickt. Etwa 2 Wochen vor Abreise, sagte man mir, dass die Gastfamilie aufgrund von einem Krankheitsfall keinen Schüler aufnehmen konnte und ich einer anderen Familie zugeteilt wurde. Im Nachhinein sollte sich das jedoch noch als Glücksfall herausstellen. Anfangs Juni fing dann mein Abenteuer endgültig an. Via Frankfurt flog ich Richtung Costa Rica. Als wir bereits über San José kreisten, erfuhr ich dann auch zum ersten Mal, was man unter der Costa Ricanischen Regenzeit versteht. Wir konnten in San José nicht landen, da zu viele Wolken die Sicht versperrten. Darum mussten wir nach Liberia, dem anderen internationalen Flughafen Costa Ricas, ausweichen. Dort mussten wir 3 Stunden im Flugzeug warten und durften nicht aussteigen. Schliesslich kamen wir mit 3 Stunden Verspätung in San José an. Am Flughafen wurde ich von einem Fahrer der Schule abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht.

Ehrlich gesagt war ich schon etwas geschockt als wir durch die Stadt fuhren. Es war mein erster Aufenthalt in einem mittelamerikanischen Land und darum kannte ich das noch nicht. San José ist sehr laut, der Verkehr ist „wahnsinnig“ und Fussgänger haben praktisch keine Rechte. Mit der Zeit lernte ich diese Stadt jedoch zu lieben. Meine Gastmutter (meine Mama Tica, wie man in Costa Rica sagt) war super nett. Sie hat mich vom ersten Moment an wie eine eigene Tochter behandelt und hat mich nach Strich und Faden verwöhnt. Ich konnte sie während der WM sogar davon überzeugen für die Schweizer Nati zu fanen ;). Während zwei Wochen besuchte ich das COSI, das Costa Rica Spanish Institute. Da ich nach vier Jahren Spanisch an der Kanti ein höheres Niveau hatte als die anderen, bekam ich Einzelunterricht. Das war jedoch eine tolle Erfahrung, da die Lehrerin auf meine persönlichen Bedürfnisse eingegangen ist und ich so enorme Fortschritte machen konnte. Die Schule war wirklich toll, in den Pausen gab es gratis Kaffee, Getränke und auch frische Früchte und man wurde wirklich in allen Belangen betreut. Die sehr netten Leute von der Reception haben so manchen Ausflug für mich organisiert. Ich kam auch nie auf die Idee Deutsch zu sprechen, da ich an der gesamten Schule die einzige deutschsprechende Person war. Ausser mir war noch ein Brite, der Rest kam aus ausserhalb von Europa (der grösste Teil aus den USA). San José ist ein guter Ort um viel vom Land zu sehen.

Ich habe Ausflüge zu den Vulkanen Irazú, Poás und Arenal gemacht und ausserdem noch andere Orte besucht. Ich erfuhr auch in San José öfters, warum man den Winter in Costa Rica „La estación Verde“ nennt, also die grüne Jahreszeit. Morgens ist es meist sehr heiss und schwül, mittags setzen dann die Regenfälle ein. So ein Regen wie dort habe ich in der Schweiz noch nie erlebt. Die Strassen verwandelten sich in Flüsse. Aber dafür ist wirklich alles unglaublich grün.

Nach zwei Wochen San José war es Zeit für etwas Strand. So fuhr ich nach Tamarindo, an der Pazifikküste des Landes. Nun ja, was soll ich über Tamarindo sagen…der Strand ist wirklich wunderschön, der Rest… unglaublich touristisch. Fast überall spricht man Englisch, man kann in praktischen allen Läden und Restaurants mit Dollar zahlen und es wimmelt nur so von Amerikanern. Dass es im Ort praktisch keine geteerten Strassen gibt, kam dann noch dazu. Also mein Tipp: Wer in der Regenzeit nach Tamarindo geht, sollte am besten keine weissen Kleider einpacken und sich darauf gefasst machen, dass die Beine immer voller Schlamm sein werden. Denn regelmässig am Nachmittag, wenn es anfing zu regnen, verwandelten sich die Strassen in Schlammlöcher. Aber naja, irgendwann gewöhnt man sich halt dran und steht da drüber…Pura Vida! 😉 In Tamarindo wohnte ich in einem Studentenappartement direkt über der Schule, mein Schulweg betrug also nur noch etwa eine Minute, was natürlich sehr praktisch ist, wenn man am Abend vorher wieder einmal etwas die Clubszene von Tamarindo unsicher gemacht hat (übrigens die Salsapartys freitags im Crazy Monkeys sind legendär). Tamarindo war das genaue Gegenteil von San José: Wir waren so viele Europäer und der grösste Teil davon waren Schweizer. Man kann sich also darauf einstellen, dass man sehr viel Schweizerdeutsch sprechen wird. Die Schule besteht aus mehreren Gebäuden, die in einem wunderschönen Garten liegen.

Ein paar Mal hatten wir Glück und konnten die Affen beobachten, die durch den Garten „wanderten“ und ein Brüllkonzert von sich gaben. Alles in allem war die Schule sehr positiv. Ein Wochenende fuhr ich nach Manuel Antonio, ein Nationalpark etwas weiter im Süden. Es ist ein sehr touristischer Ort, aber sehr gut geeignet um möglichst viele einheimische Tiere, wie Faultiere, Kapuzineräffchen oder mit etwas Glück auch Totenkopfäffchen beobachten zu können. Ausserdem sind schon alleine die Strände im Innern des Parks einen Besuch wert. Nach 6 Wochen war mein Abenteuer nach einem kurzen Abstecher nach Tortuguero (auch auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man die riesigen Meeresschildkröten beim Eierlegen beobachten will), auch schon wieder zu Ende.

Mein Portemonnaie war ein bisschen leerer, aber ich dafür um viele Erfahrungen und Freundschaften reicher…

PURA VIDA!

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Rebecca Krieg

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