Chinesisch Fun & Facts Japanisch Sprachaufenthalt

Dein Sprachaufenthalt hat Kung Fu!

September 8, 2010
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Letztes Wochenende bin ich dazu gekommen, „The Karate Kid“ zu schauen. Alles in allem war er eigentlich ganz in Ordnung. Der Schüler, der vom Umschupf zur Kampfmaschine wird und Jacky Chan, der einen ganz passablen Mister Miyagi mimt, unterhalten eigentlich ganz gut und die Storyline ähnelt dem Original. Aber da hört es auch schon auf, und das nervt. Jede/r, der/die schon einmal einen Sprachaufenthalt in Japan oder eine Sprachaufenthalt Chinesisch gemacht hat, kennt den Unterschied zwischen Karate und Kung Fu. „The Karate Kid“ lernt kein Karate (welches aus Japan stammt), sondern Kung Fu (aus China). Alles in allem wurde auch kein Hehl daraus gemacht, dass der Film nichts mit ersterem zu tun hat, wieso nennt man ihn denn überhaupt so und nicht „The Kung Fu Kid“? Böse Zungen würden behaupten, dass das eventuell pure Geldmacherei sei, um Nostalgiker wie (dich und) mich in die Kinos zu locken. Da ich aber heute grosszügig bin, nehme ich einfach an, dass die Leute einfach nicht die hellsten waren oder sich vorab nicht genau informiert hatten.  Deshalb für alle, die es genauer wissen wollen oder sollten, kommt hier der

Linguista Martial Arts Guide!

Heute konzentrieren wir uns den Filmfans zuliebe vor allem auf Karate und Kung Fu.

Sprachaufenthalt JapanKarate 空手 – die leere Hand

Karate-do kommt aus dem japanischen und heisst übersetzt soviel wie „Der Weg der leeren Hand“. Die Ursprünge lassen sich ins Okinawa des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Einheimisch okinawanische Traditionen verbanden sich mit Shaolin Kung Fu und diversen anderen japanischen Einflüssen wie zum Beispiel Ju Jutsu. Karate fand dann erst Anfang des 20. Jahrhunderts Einzug im Hauptland Japans und somit eine sehr junge Kampfsportart, da sie sich auch aus verschiedenen, älteren Elementen abgeleitet hat.

Inhaltlich wird Karate durch waffenlose Techniken charakterisiert, vor allem Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fussfegetechniken. Dies ist der Kern und die Basis des Karatetrainings, wobei im fortgeschrittenen Training auch einige wenige Hebel und Würfe und Würgegriffe gelehrt werden. Diese Technikkategorie bildet den Kern des Karatetrainings. Einige wenige Hebel und Würfe werden (nach ausreichender Beherrschung der Grundtechniken) ebenfalls gelehrt, im fortgeschrittenen Training werden auch Würgegriffe und Nervenpunkttechniken geübt. Manchmal wird die Anwendung von Techniken unter Zuhilfenahme von Kobudōwaffen geübt, wobei das Waffentraining kein integraler Bestandteil des Karate ist. Jedoch ist die Kenntnis einiger Karatetechniken für das Erlernen von Kobudō hilfreich, da das Kobudō zum Beispiel viele Kampfstellungen beinhaltet, die auch im Karate angewendet werden.

Sprachaufenthalt ChinaKung Fu 功夫 – Machts wie Bruce Lee!

Der Begriff Kung Fu, Gongfu (oder wenn ihr wie Bruce Lee sein wollt, sagt ihr Gungfu -kantonesisch) bedeutet übersetzt in etwa „Etwas durch harte Arbeit Erreichtes“. Im Westen meistens als Bezeichnung für verschiedene chinesische Kampfkunststile verwendet, wie zum Beispiel Shaolin Kung Fu oder Wing Chun Kung Fu. In der chinesischen Sprache bezeichnete der Begriff ursprünglich eher den Grad einer Kunstfertigkeit, wird aber mittlerweile neben dem Begriff Wǔshù (武術 / 武术) auch dort vor allem für die Kampfkünste verwendet. Dementsprechend ist es nicht ganz einfach, die Ursprünge der hier Kampfsportart Kung Fu und einer spezifischen Technik exakt zurück zu datieren, weil DAS Kung Fu nicht im singular existiert und sich auf vieles bezieht. Hier wurde der Begriff vor allem durch die Hong-Kong-Filme der 70er Jahre geprägt. Bruce Lee und später auch die Fernsehserie „Kung Fu“ katapultierten dann die Kampfsportarten endgültig zum beliebtesten und Klischee-behaftetsten und viel-verwechselten asiatischen Kulturgut.

Kampfsportart als Way of Life

Wie in den Filmen teilweise illustriert wird, ist die jeweilige Kampfsportart mehr als nur ein praktisches Mittel, seinem Gegenüber mal richtig was auf die Glocke zu geben. Es ist eine Lebensart, die je nach Kampfsportart allerdings verschiedene Facetten betont, aber immer die Arbeit an der eigenen Person durch konsequente Hingabe betont. Im Kung Fu ist dies beispielsweise die Schönheit und die Anmut der Kunst. Wenn ihr zum Beispiel Kaligraphie als Hobby habt und ein besonders schönes Schriftzeichen gezaubert habt, dann hat es Kung Fu. Oder vielleicht habt ihr einen besonders tolles 5-Gang-Menü gekocht – auch das hat Kung Fu.
Im Karate steht hingegen die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund – das stählen des Körpers, dessen Kondition und Beweglichkeit.

Natürlich gäbe es noch sooooooooo viel mehr zu sagen, aber das soll mal reichen für heute. Wenn euch der Eintrag gefallen hat, klickt „gefällt mir“ oder sagt Bescheid, wenn ihr noch mehr darüber wissen wollt. Ich hätte da nämlich noch einige coole Ideen für einen Sprachaufenthalt in Kanazawa, mit viel Spass, Kultur, Ninja und Samurai ;). Bis dahin, eine schöne Woche, liebe Karate Kids und Grown Ups!!!


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About author

Rebecca Krieg

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